heut gibts mal zum baldigen jahresabschluß ein jammerbericht. nachdem auch schon aus den beiträgen zu erkennen ist,daß die letzten 3 jahre nicht wirklich viel los war kann ich heute mal erläut-ern,warum das so ist.nach einer krebsdiagnose im april 2013 wurde ich in ulm operiert.in der 8.5 std op stellte sich heraus,daß schon streuung stattgefunden hatte.nach über einer woche intensivstation und mehreren tagen einzelbett wurde ich von freunden abgeholt.daheim verschlechterte sich der zustand durch eine mörderinfektion.also wieder hin.wie sich im gespräch herausstellte „vergaßen“ die ärzte dort das antibiotikum.

klasse service … darauffolgend ging an der op narbe was schief und ich lief 4 monate mit einem dauer-katheter rum,die 2 weiteren ops verschoben den start der chemo und den bestrahlungen.im heißesten sommer lag ich mit einer kleinen, blonden,schnarchenden finnin,die jedem baumfäller konkurrenz machte,im zimmer.total gerädert fing dann im september die chemo an. am ersten tag der ersten chemo hing die pampe schon neben mir am infusionsständer,der arzt kam und setzte die kanüle mit den worten „ab heute fallen die haare büschelweise aus,wenns zum jucken anfängt sofort abrasieren“.nun wußte ich das ja seit der ersten besprechung im april,aber so unsensible bemerkungen hätte es nicht gebraucht.im verlauf des krankenhaustages wurde mir infomaterial zur chemo überreicht und die liest man natürlich.dann kam die seite mit der haarerhaltung durch eine kühlkappe.gleich mal die pumpe abgestellt und den notknopf gedrückt. hektisch kam ne schwester an und ich verlangte den prof.stellvertretend kam eine ärtzin,die meinte,daß würde ja nur zu 80 % eintreten.nunja-meine antwort fiel unmissverständlich aus.sie könne das für ihre haare entscheiden,ich mache das aber bitte schön für mich und meinen kopf selber.dann stellte sich heraus,daß ich broschüren über brustkrebs erhalten hätte,obwohl ich eine andere krebsdiagnose hatte.am abend bekam ich vom prof ein donnerwetter verabreicht,der sich gewaschen hatte.daraufhin stellte sich im gespräch erstmal heraus,daß ich meine haare überhaupt nicht verlieren würde,was ich aber 5.5 monate wußte und nie revidiert bekam.jetzt muß ich dazu sagen,daß ich natürlich über das endergebnis extrem glücklich war,aber der grünten,der mir und meinen dicken, langen,gesunden,wahnsinnig vielen haaren auf der kopfhaut lag,war schon sehr belastend.und dazu unnötig.es gab also eine krisensitzung wegen mir und danach bekam ich die weiteren chemotage als entschädigung massagen umsonst.was für ein klecks gegen über des kummers.exakt 6 wochen nach chemoende begannen diese wahnsinnigen hüftschmerzen.ich flog regelmäßig treppaufwärts,weil ich dachte,daß ich die stufe schon hätte,aufgrund des schmerzes aber nicht richtig anpeilte.oh mann.blaue flecken und zusatzschmerzen dadurch…beim erneuten arztbesuch bekam ich zu hören,daß ich mir das alle einbilde.ein eigenständiger zusätzlicher arztbesuch beim schmerzdoc bestätigte alles,daß dies die bekannten nachfolge erschein-ungen wären,die allgemein bekannt wären.diese nun aber chronisch wären.ich bekam schmerzmittel,die leider ohne magenschutz verschrie-ben wurden und es ging mir abermals schlechter.ein weiterer aufschlag in der praxis und das donnerwetter folgte.der jahreswechsel machte wieder mut,nun alles überstanden zu haben.und endlich wieder durchstarten zu können.wir reden hier vom letzten wechsel und ich irrte mich gewaltig.                              dann kam ein weiterer schock dazu. es wurden flecken auf der lunge festgestellt und die wörter op,chemo und bestrahlung fielen wieder.oh shitti- wieder schock in den knochen. und das nach einem absolut sportlichem leben ohne eine einzige zigarette!!!als patient/in mit etwas hirn heißt das ja leider,daß du schon so ungefähr weißt,wieviele rückschritte in monaten das heißt…und das alles auch noch schlimmer werden kann.so lungen-krebs geht ja nicht immer so glimpflich wie meine bisherige „diagnosesammlung“ aus…also zur thoraxklinik gefahren und eine bronchoskopie mitgemacht.mein gott-was hab ich geheult vor schmerz nachdem die narkose nachließ.              inzwischen habe ich mehrere vorsorgetermine im 3 monate abstand absolviert und es hat sich alles gottlob nicht bestätigt,aber auch nicht entschärft.bei den pet ct´s habe ich regelmäßig beulen an den armen,weil die venen nach so vielen spritzen platzen (weil mir ein port auch nicht vorgeschlagen wurde) und die radioaktivität mit etlichen bar durchgejagt wird.es steigerte sich auch dort,denn beim letzten mal hatte ich einen allergischen schock.erst heißer rücken,dann pusteln,augen und ohren überdruck,blaue hände und beine,panikattacken, todes-angst.alle sinne waren gestört…und das team sprang hektisch aus dem kämmerchen,um mir zu helfen.ich lag dann noch 4 stunden in münchen in einem bettchen,bis ich eigenständig nach hause fahren konnte.was für ein schock.und riesenmanschetten vor allen weiteren pets…                     jetzt könnte ich meinen traumjob als dekofee nur noch eingeschränkt ausüben.meine prallgefüllten lagerhallen mit superschönen materialien liegt erstmal brach rum. meine körperliche power hat enorm nachgelassen und eine geh-einschränkung liegt auch vor.an manchen tagen läßt es sich ab mittags nur noch liegend aushalten und auch die konzentration nach soviel chemieschleudern ist auf wenige stunden vom tag beschränkt. schwindel und übelkeit begleiten mich ebenfalls täglich.derzeit lieg ich früher im bett,als mein 5 jähriges nachbars-kind.mit hirn ist mir auch klar geworden,daß mich alle zusehr nach meiner optik bewerten, weil mir das typische brandmal fehlt. weil ich eine kämpferin bin.meine ärtzin sagt immer so schön:ich soll mich über alle zipperleins freuen,ich könnt auch schon gar nicht mehr vor ihr sitzen. und da hat sie ja auch recht. allerdings ist es nicht gerade beruhigend zu wissen,wie sich ein skitag im powderhang anfühlt,wenn man es selber nicht mehr kann.kein sport mehr,keine kurzen hosen,kein barfußlaufen,keine sauna,keine sonnenbäder,keine verletzungen…

stattdessen stützstrumpfhosen auch bei fetter hitze,geschwollene gliedmaßen,taube fingerkuppen und füße.graue haare vom kummer, schwindel und übelkeit bei der kleinsten anstrengung,wöchentliche lymphdrainagetermine, ständige wc besuche,(da blasenverkleinerung). geh-einschränkung, totaler konditionsverlust,brennende lungenflügel,trockene nasenschleim-häute,tinnitus,polyneuropathie und ein magengeschwür…

da ist das leben doch ziemlich eingeschränkt.die ärzte würden mich lieber berufsunfähig schreiben,was keine lösung ist,denn krebs ist kein berufsunfähigkeitsgrund.also hieße das eindeutige verarmung und sozialer abstieg.zu den gesellschaft-lichen einschränkungen,da ich nicht mehr zu der sportlergruppe gehöre, sich in der personengruppe die stimmen überschlagen und das rauschen und pfeifen zunimmt kommt noch,daß ich meinen heißgeliebten beruf aus vollblut dekorateurin derzeit gar nicht richtig ausüben kann,die meisten kunden nach so vielen krankheitsmonaten verloren sind und ich ein fortführen des berufes gesundheitlich nicht durchstehen würde.die wirklich fetten großveran-staltungen,die ich dekorieren durfte, liegen ja nicht am wegesrande und man darf die kleine plattform des angebotes dafür nicht vergessen.

deswegen werde ich nun gezwungen sein meine zukunft meines gesund-heitszustandes anzupassen.dies erfordert erstmal wieder viel energie zum klinkenputzen und neu-durch-starten.ich scheue mich wirklich nicht davor,obwohl mir klar wird,daß das ganz schön schwer wird.auch wenn ich es einmal schon geschafft habe… ist mir klar,daß die zeiten sich geändert haben und alles etwas schwerer wird.mein optimismus wird mir zwar helfen,aber die körperlichen einschränkungen sind halt nicht vom tisch zu fegen.ich habe nun nochmal am 4.1. einen krankenhaus aufenthalt und danach reicht es mir!!!ich möchte wieder durchstarten,in meinen mir vorhandenen möglichkeiten.mit viel eigenverantwortlichkeit und realismus wird es sicher nicht mehr wie früher werden,auch nicht mehr so schillernd und „äktschen-reich“,aber so ganz ohne arbeiten ist es für eine wühlmaus, wie ich es bin,leider schwer auszuhalten.

ich kann alle nur anhalten regelmäßig zum arzt zu gehen.die symptome des körpers richtig zu deuten.in meinem fall war ich einfach nur -trotz arztbesuch- beim falschen arzt,was nicht an dem spezialgebiet lag…

was das für auswirkungen haben kann-habe ich gerade oben geschildert.und wird auch nun vor gericht gehen.passen sie alle gut auf sich auf.denken sie selber immer mit und stellen kritische fragen.und kämpfen sie immer weiter,auch wenn der tag nicht so gesund-rund läuft. das leben ist so schön,da lohnt sich alles! auch ein rechtsstreit gegen einen arzt…